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Vinyl-DJing: Warum Auflegen mit Platten anders klingt
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Vinyl-DJing: Warum Auflegen mit Platten anders klingt

· Redaktion re:union Radio · 2 Min. Lesezeit

Vinyl-DJing verlangt echtes Taktgefühl statt Sync-Knopf. Ein Blick auf Technik, Geschichte und Geräte hinter dem Sound.

Vinyl-DJing ist die Ursprungsform des Auflegens – ganz ohne Sync-Taste, dafür mit Plattenteller, Nadel und echtem Beatmatching per Gehör. Wer heute zu Vinyl greift, folgt einer Linie, die bis in die 1970er-Jahre zurückreicht und die Clubkultur bis heute prägt.

Auf einen Blick

  • Der Begriff Turntablism wurde 1995 von DJ Babu (Beat Junkies, Los Angeles) geprägt
  • Scratching als Technik gilt seit 1975 als erfunden
  • Die Technics SL-1200 (seit 1972) wurde durch ihre Bauweise zum Standardgerät für Turntablism
  • Pioniere wie Kool DJ Herc, Grandmaster Flash und Afrika Bambaataa legten den Grundstein für alle heutigen Auflegetechniken

Von Hip-Hop-Blockpartys zur Clubbühne

Die Wurzeln des Vinyl-DJings liegen in der Hip-Hop-Ära der 1970er-Jahre. DJs wie Kool DJ Herc, Grandmaster Flash & the Furious Five, Afrika Bambaataa und Grandwizard Theodore entwickelten systematische Techniken, um Platten live zu manipulieren statt sie nur abzuspielen. Schon davor hatten Komponisten wie Paul Hindemith – ab 1930 – und später John Cage sowie Edgar Varèse Schallplatten als eigenständiges künstlerisches Werkzeug erprobt, allerdings im experimentellen, nicht im Club-Kontext.

Scratching und Beatjuggling: die zwei Kernbereiche

Turntablism – die Manipulation von Schallplatten, bei der „die Töne der Schallplatte in einem völlig neuen Kontext zusammengesetzt werden" – teilt sich in zwei Kernbereiche auf: Scratching umfasst sämtliche Manipulationstechniken mit einer einzelnen Schallplatte, Beatjuggling beschreibt die rhythmische Kombination zweier Schallplatten gegeneinander. Scratching selbst gilt als 1975 erfunden und bildet bis heute die Basis für alles, was DJs mit zwei Turntables und einem Mixer anstellen.

Das Gerät, das alles möglich machte

Ohne passende Hardware hätte sich keine dieser Techniken durchgesetzt: Die Technics SL-1200, seit 1972 im Handel, prägte die Entwicklung des Turntablism durch ihre konstruktiven Besonderheiten, die sie ideal für diese Anwendung machten. Sie wurde damit zum Referenzgerät einer ganzen Szene, lange bevor CDJs oder Controller überhaupt existierten.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Turntablism vom normalen Auflegen?

Turntablism geht über reines Beatmatching hinaus: Die Platte selbst wird zum Instrument, etwa durch Scratching mit einer einzelnen Schallplatte oder Beatjuggling mit zwei Platten gleichzeitig – Techniken, die in der Hip-Hop-Szene der 1970er-Jahre entstanden.

Wer gilt als Vorreiter des Vinyl-DJings?

Als Pioniere gelten Kool DJ Herc, Grandmaster Flash & the Furious Five, Afrika Bambaataa und Grandwizard Theodore. Spätere Formationen wie ISP mit DJ Qbert und MixMaster Mike sowie The X-Ecutioners trieben die Technik weiter voran, heute unter anderem fortgeführt von Crews wie Birdy Nam Nam und C2C.

Wer sich mit den Grundlagen des Mixens beschäftigt, findet ergänzend Hintergründe zum harmonischen Mixen mit dem Camelot Wheel und zu modernen Techniken auf dem CDJ-3000, die zeigen, wie sich die Ideen des Vinyl-DJings bis heute fortsetzen.


Quelle: Wikipedia – Turntablism

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