DJ-Library-Backup: Die 3-2-1-Regel gegen den GAU im Set
· Redaktion re:union Radio · 2 Min. Lesezeit
Ein defekter USB-Stick vor dem Gig muss keine Katastrophe sein. So sicherst du deine DJ-Library nach der bewährten 3-2-1-Regel richtig gegen Datenverlust ab.
Ein defekter USB-Stick kurz vor dem Gig ist der Albtraum jedes DJs: Cue-Points weg, Playlists weg, im schlimmsten Fall die halbe Vorbereitung umsonst. Wer seine Library nach einem klaren Schema sichert, steht bei einem Ausfall trotzdem hinter den Decks statt vor einem leeren Bildschirm.
Auf einen Blick
- Die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Speicherarten, mindestens eine davon extern
- Gesichert werden muss nicht nur der Musikordner, sondern auch der Datenbank-Ordner der DJ-Software
- Rekordbox bietet ab Version 6.5.3 eine eigene Device-Library-Backup-Funktion für USB-Sticks
Die 3-2-1-Regel: einfach, aber wirksam
Das Prinzip dahinter ist simpel: drei Kopien der wichtigen Daten, verteilt auf zwei unterschiedliche Speicherarten, davon mindestens eine Kopie an einem anderen Ort. Digital DJ Tips beschreibt ein praktisches Beispiel dafür: Die Master-Kopie liegt auf dem DJ-Computer, eine zweite Kopie auf einer externen Festplatte, die getrennt vom Rechner aufbewahrt wird, und eine dritte Kopie an einem komplett anderen Standort. Wer das konsequent durchzieht, senkt das Risiko eines Totalverlusts erheblich.
Wichtig dabei: Nicht nur der Musikordner gehört gesichert, sondern auch der Datenbank-Ordner der DJ-Software, der meist im Music- oder Dokumente-Verzeichnis liegt. Genau dort stecken Playlists, Cue-Points und Track-Positionen, die Stunden an Vorbereitungszeit repräsentieren.
Rekordbox: Device-Library-Backup für USB-Sticks
Für USB-Sticks, die am CDJ stecken, bietet Rekordbox ab Version 6.5.3 eine eigene Device-Library-Backup-Funktion. Sie sichert die sogenannte Device Library: die beim Export analysierten Informationen wie BPM, Tonart und Wellenform sowie Verwaltungsdaten wie Cues und Loops. Die Musikdateien selbst werden dabei nicht mit gesichert – bei einer Wiederherstellung müssen die Originaldateien noch auf dem Rechner oder in der Cloud vorhanden sein.
Die automatische Sicherung beim Entfernen lässt sich pro Stick einzeln ein- oder ausschalten, die manuelle Sicherung kann für jeden angeschlossenen Stick jederzeit ausgelöst werden. Es kann auf dem eigenen PC oder Mac abgelegt werden oder, nach Aktivierung von Cloud Library Sync über einen Dropbox-Account, zusätzlich in der Cloud. Die Funktion selbst steht allerdings nur Nutzern des Professional-Plans zur Verfügung und läuft unter macOS und Windows.
Cloud als dritte Kopie
Für die Offsite-Kopie der 3-2-1-Regel reichen laut Digital DJ Tips auch generische Cloud-Dienste wie Dropbox oder Google Drive. Bei einer über mehrere Rechner geteilten Datenbank ist allerdings Vorsicht geboten: Nicht jede Konstellation ist für Sync-Ordner ausgelegt. Wer eine dedizierte Lösung sucht, für den nennt Digital DJ Tips My DJ Cloud als spezialisierten, abonnementbasierten Backup-Dienst.
Häufige Fragen
Reicht ein zweiter USB-Stick als Backup?
Nach der 3-2-1-Regel nicht als einzige Absicherung, denn zwei USB-Sticks zählen als eine Speicherart. Sinnvoller ist die Kombination aus Rechner, einem externen Medium und einer zusätzlichen Kopie an einem anderen Ort.
Was sichert das Rekordbox-Device-Library-Backup genau?
Nur die Verwaltungsinformationen des USB-Sticks – etwa BPM-, Tonart- und Wellenform-Analysen sowie Cues und Loops. Die Musikdateien selbst sind davon nicht erfasst und müssen separat vorhanden sein.
Mehr zur Vorbereitung am Pult in unserem Beitrag zu Hot Cues, Slip Mode und Beat Jump und zum harmonischen Mixen mit dem Camelot Wheel.
Quelle: Digital DJ Tips, Rekordbox Device Library Backup Guide.