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Festival-Set als DJ: Was erfahrene DJs wirklich vorbereiten
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Festival-Set als DJ: Was erfahrene DJs wirklich vorbereiten

· Redaktion re:union Radio · 4 Min. Lesezeit

Backup-USBs, Wetter, Sound-Techniker: Wie DJs wie Arielle Free und Jerome Hill sich auf Festival-Sets vorbereiten.

Ein Festival-Set unterscheidet sich grundlegend von einem Club-Gig: kürzere Slots, wechselndes Publikum, Wetterrisiko und ein Sound-Team, das man oft zum ersten Mal trifft. Im Pioneer-DJ-Blog haben DJs wie Arielle Free, Jerome Hill, IMOGEN, EMA, LOVEFOXY und Tash LC beschrieben, worauf es bei der Vorbereitung wirklich ankommt – jenseits der üblichen Checklisten.

Auf einen Blick

  • Festival-Sets sind meist deutlich kürzer als Club-Sets, oft nur rund eine Stunde
  • Mindestens zwei Backup-USB-Sticks gelten als Standard, auch bei Vinyl-DJs
  • Sonnenbrille, Sonnencreme und proteinreiche Snacks gehören für viele DJs zur Grundausstattung bei Daytime-Slots
  • Sound-Technik vor Ort ist oft unbekannt – ein guter Draht zum Techniker zahlt sich aus

Kürzere Sets, mehr Dichte

Die DJ und BBC-Radio-1-Moderatorin Arielle Free steigt bei Festivals meist direkt mit Energie ein: Sie beginnt „always with either quite an energetic intro or a big banger“, um dann zu beobachten, wie das Publikum reagiert. IMOGEN beschreibt das gleiche Prinzip aus einer anderen Richtung: Bei einer einstündigen Festival-Slot packt sie „loads of bangers“ in die kurze Zeit, statt die Hits über vier Stunden zu strecken – die Dichte ersetzt die Länge.

Tash LC unterscheidet zusätzlich nach Festivalformat: Bleibt das Publikum bei einem Mehrtages-Festival ohnehin den ganzen Tag, kann ein Set langsamer beginnen. Bei Einzeltages-Events mit wechselndem Publikum rät sie dagegen, von Beginn an mehr Energie zu bringen.

Backup-Equipment ist kein Nice-to-have

Technische Probleme unter freiem Himmel sind für die befragten DJs Alltag. Selbst der bekennende Vinyl-DJ Jerome Hill, der für seine analoge Mixweise bekannt ist, sagt offen: „always be prepared to play mainly digital“ – vor allem, um sich nicht mit schweren Plattenkoffern über unebenes Festivalgelände zu quälen. Wer dennoch mit Vinyl auflegt, sollte laut Hill die Monitor-Lautstärke niedrig halten, um Bass-Feedback auf den Decks zu vermeiden, und im Notfall die Hand fest auf das Plattenspieler-Chassis drücken.

Für Daytime-Sets kommt bei vielen DJs noch praktisches Zubehör dazu: Sonnenbrille gegen Blendung auf den CDJ-Displays, Sonnencreme und proteinreiche Snacks. Arielle Free hat aus eigener Erfahrung einen konkreten Trick gegen Sonnenblendung: „a hand over the FX button, or whatever parts of the mixer you use, to see if it's lit up and flashing“ – so lässt sich prüfen, ob eine Funktion aktiv ist, obwohl das Display in der Sonne nicht ablesbar ist.

Der Sound-Techniker als Teil des Sets

Weil Festival-Bühnen meist mit fremdem Equipment und fremdem Personal laufen, taucht ein Thema in mehreren Aussagen auf: der Umgang mit dem Sound-Team. LOVEFOXY sagt dazu: „attitudes can run high“, und berichtet wie Arielle Free von Situationen, in denen ihre fachliche Kompetenz als Frau hinter den Decks infrage gestellt wurde. Ihre Lehre daraus: sich seiner Sache sicher sein und ruhig bleiben.

Jerome Hill sieht es pragmatischer: „I usually find them a nice bunch. I think generally if you're nice to people then they're nice back to you.“ Tash LC empfiehlt sogar, sich am Ende des Sets beim Techniker-Team zu bedanken – „give them a hug at the end“.

EMA erlebte auf einer Bühne eine massive Sound-Verzögerung und löste das Problem, indem sie kurzerhand den Kopfhörer weglegte und sich an den Booth-Monitoren orientierte. Ihr genereller Rat: die Erwartungen an die technischen Rahmenbedingungen niedrig ansetzen, denn „the chaos of things going wrong is what teaches you to be reactive“.

Wetter und Umgebung einkalkulieren

Anders als im Club lässt sich das Wetter bei einem Open-Air-Festival nicht steuern. Arielle Free sagt, selbst wenn nur eine Person im Regenponcho vor der Bühne steht, wolle sie dieser einen Person „the best time“ bieten. Tash LC berichtet von einem Auftritt beim ugandischen Nyege-Nyege-Festival, bei dem Sturm und Insekten kurzfristige Improvisation erforderten: „things like that do happen, and you kind of just have to figure out a way to be innovative.“

Häufige Fragen

Wie viele Backup-USB-Sticks sollte man zu einem Festival mitnehmen?

Der Pioneer-DJ-Blog nennt als übliche Vorbereitung „the usual backup USB or two“ – also mindestens zwei Sticks, damit ein defekter oder verlorener Stick das Set nicht gefährdet.

Warum spielen viele DJs bei Festivals digital statt mit Vinyl?

Vinyl-DJs wie Jerome Hill nennen vor allem den Transport als Grund: Plattenkoffer über Festivalgelände zu ziehen ist unpraktisch, weshalb auch bekennende Vinyl-Fans zusätzlich digitales Equipment einplanen.

Mehr zur Set-Struktur findest du auch im Beitrag über harmonisches Mixen mit dem Camelot Wheel und in unseren CDJ-Tricks für Hot Cues und Beat Jump.


Quelle: Pioneer DJ Blog, „How to DJ at a Festival“.

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