Kobosil auf Ostgut Ton: Das Album hinter dem Dark-Techno-Mythos
· Redaktion re:union Radio · 3 Min. Lesezeit
Kobosil auf Ostgut Ton: Sein Debütalbum We Grow, You Decline, der Weg vom Berghain-Resident zur R-Label Group und was nach dem Label-Ende 2023 kam.
Kobosil und Ostgut Ton – das ist keine neue EP, sondern ein Stück Berghain-Geschichte: Am 29. Januar 2016 erschien auf dem Hauslabel des Clubs sein Debütalbum We Grow, You Decline. Wer verstehen will, warum der Neuköllner heute für schnellen, aggressiven Techno steht, fängt genau hier an.
Auf einen Blick
- Kobosil heißt bürgerlich Max Kobosil, geboren am 5. April 1991 in Berlin-Neukölln.
- Sein Remix von „Silo“ für Barker & Baumecker erschien im Januar 2013 auf Ostgut Ton und gilt als sein Durchbruch.
- Von Dezember 2014 bis 2019 war er Resident im Berghain.
- Sein Label R-Label Group stellte er zum Jahreswechsel 2023/24 ein.
We Grow, You Decline: das Album hinter dem Mythos
Das Debütalbum ist kein reines Clubwerkzeug. Die GROOVE beschrieb 2016 Experimente mit Drone und Noise, dumpfe Doepfer-Bässe und repetitive Melodiebögen, die zwischen ekstatisch und melancholisch kippen. Die Stücke entstanden über zwei bis drei Jahre und ergeben trotzdem ein geschlossenes Bild.
Ruhigere Tracks wie „Reflection“ oder „The Exploring Mountain“ bekommen hier Raum, statt als B-Seite unterzugehen. Der schleppende Groove wird fast zum Leitmotiv.
| Künstler | Kobosil (Max Kobosil) |
|---|---|
| Titel | We Grow, You Decline |
| Label | Ostgut Ton |
| Veröffentlichung | 29. Januar 2016 |
| Formate | limitierte 2LP, 2LP, CD, Download |
| Tracks (CD) | 11 |
| Tracks (2LP) | 9 |
| Einflüsse laut GROOVE | Musique Concrète, Electronic Body Music, Techno, Industrial |
Die Tracks im Überblick
Die CD-Fassung läuft von „Telling The Truth“ über „To See Land“, „Aim For Target“ und „The Living Ritual“ bis „Eihwaz“ und „They Looked On“. Nur auf der CD findest du „When I Speak“ und „While The Stars Be Not Darkened“ – die Doppel-LP verzichtet auf beide.
Seine Haltung zum Auflegen erklärte er der GROOVE ohne Umschweife:
„Ich kann ein ziemlicher Sturkopf sein, wenn es um Musik geht.“
— Kobosil, GROOVE (2016)
Vom Berghain-Resident zum eigenen Kosmos
Mit 17 legte Kobosil in Berlin Techno und House auf, mit 18 betrat er zum ersten Mal das Berghain. Dort lernte er Andreas Baumecker kennen – der Kontakt führte zum „Silo“-Remix. Im Juni 2013 gründete er sein Label RK und brachte die Debüt-EP RK3 heraus, später folgte Mdr 10 auf Marcel Dettmann Records.
RK wurde später zur R-Label Group. Dort erschienen Platten von Rikhter, Parallx und In Verruf, dazu Kollaborationen mit Ufo361 und Rosa Anschütz. Mit Ufo361 entstand 2022 auch „Lucifer“ für Kobosils EP RK5. Wenn du tiefer in düstere Berliner Sounds einsteigen willst, lies auch Neue Dark Techno EP: Ancient Methods – The Void.
Label-Ende und Tote Sonne
Im Juli 2023 feierte die R-Label Group zehn Jahre, unter anderem im Berliner Velodrom. Zum Jahreswechsel war Schluss; als letzte Vinyl-Veröffentlichung wurde R009 von Ueberrest angekündigt. Parallel gründete Kobosil mit Klangkuenstler Tote Sonne – Booking-Agentur und Label, das auch Aiden und Somewhen vertritt.
Musikalisch blieb er präsent: 2024 erschienen die Singles „Eiskalt (Short Mix)“ und „Radiance“. Einen Überblick über aktuelle Veröffentlichungen im Genre findest du unter Dark Techno August 2026 – Die besten neuen Releases & Labels.
Häufige Fragen
Gibt es eine Kobosil-EP namens „The Final Experiment“?
In der Diskografie der Quellen taucht kein solcher Titel auf. Auf Ostgut Ton erschien 2016 sein Album We Grow, You Decline.
Wie heißt Kobosil mit bürgerlichem Namen?
Max Kobosil, geboren am 5. April 1991 in Berlin-Neukölln.
Was ist Tote Sonne?
Eine Booking-Agentur mit Label, die Kobosil im Oktober 2023 zusammen mit Klangkuenstler angekündigt hat.
Quelle: Wikipedia – Kobosil, GROOVE – Kobosil-Interview 2016, GROOVE – R-Label Group: Kobosil stellt Label ein