Stephan Bodzin: Wie „Singularity“ den Melodic Techno prägte
· Redaktion re:union Radio · 2 Min. Lesezeit
Stephan Bodzins Track „Singularity“ zählt zu den Blaupausen des Melodic Techno – und erzählt viel über Herzblut, Life and Death und Afterlifes Wandel.
Stephan Bodzin ist einer der Namen, an denen sich der heutige Melodic Techno kaum vorbeischummeln kann. Sein Track „Singularity“ ist Teil von Bodzins zweitem Album „Powers of Ten“, das 2015 auf seinem eigenen Label Herzblut erschien. Der Track steht bis heute für den emotionalen, melodiegetriebenen Sound, den viele erst Jahre später mit dem Genrebegriff „Melodic Techno“ verbanden.
Auf einen Blick
- „Singularity“ erschien 2015 auf Life and Death, dann auf dem Album „Powers of Ten“ (Herzblut)
- Stephan Bodzin, geboren 1969 in Bremen, gründete Herzblut bereits 2006
- DJ Hell prägte für seinen Stil den Begriff „Bremen Sound“
- Afterlife, das Label von Tale Of Us, wurde 2025 zur eigenständigen Festivalmarke umgebaut
Ein eigenes Label als Basis
Bodzin gründete Herzblut bereits 2006 und veröffentlichte dort sein Debütalbum „Liebe ist...“ (2007). Sein drittes Album, „Boavista“, folgte 2021 auf Afterlife.
Der „Bremen Sound“
Bodzin beschreibt sich selbst gern als „melody man“. Der DJ und Produzent DJ Hell brachte es einst so auf den Punkt:
„Stephan Bodzin's tunes as the 'Bremen sound'“
Gemeint ist eine Mischung aus klassisch geschulter Melodik – Bodzin hat eine musikalische Ausbildung – und treibendem, technoidem Fundament. Genau diese Kombination hat spätere Wellen des Melodic Techno maßgeblich mitgeprägt.
Afterlife: Vom Duo-Label zur Festivalmarke
Wer heute über Melodic Techno spricht, kommt an Afterlife kaum vorbei, dem Label und Eventformat, das das italienische Duo Tale Of Us (Carmine Conte alias MRAK und Matteo Milleri alias Anyma) 2016 gründete. Seit 2021 verfolgen beide vor allem Solo-Projekte, seit Januar 2025 treten sie nicht mehr gemeinsam auf. Die englischsprachige Wikipedia fasst die Entwicklung so zusammen:
„Since 2021, both members have led solo projects, Milleri as Anyma and Conte as MRAK.“
Im Februar 2025 kündigte Afterlife an, künftig als eigenständige Festivalreihe in Mexiko-Stadt und Barcelona aufzutreten – mit Bühnentagen, die Anyma und MRAK jeweils getrennt kuratieren. Aus dem Duo-Label ist damit eine Marke geworden, die über die ursprünglichen Gründer hinausgewachsen ist.
Warum das für den Sound von heute zählt
Tracks wie „Singularity“ zeigen, dass der heute oft als Trend gehandelte Melodic Techno eine lange Vorgeschichte hat. Wer sich für aktuelle Minimal-Techno-Releases oder dunklere Techno-Spielarten interessiert, findet in Bodzins Diskografie und der Afterlife-Historie eine Blaupause dafür, wie sich Genres über Jahre hinweg formen.
Häufige Fragen
Ist „Singularity“ eine neue Veröffentlichung?
Nein. Der Track stammt aus dem Jahr 2015 und erschien zunächst auf Life and Death, dann auf dem Album „Powers of Ten“ bei Herzblut. Er gilt aber bis heute als einer der prägenden Melodic-Techno-Tracks.
Gibt es Afterlife als Label von Tale Of Us noch?
Als klassisches Duo-Label nicht mehr. Seit 2025 ist Afterlife eine eigenständige Festivalmarke, deren Bühnentage getrennt von Anyma und MRAK kuratiert werden.
Quelle: Wikipedia: Stephan Bodzin, Wikipedia: Tale of Us, MusicBrainz: Stephan Bodzin, XLR8R: Podcast 406 – Stephan Bodzin