Peak-Time bei re:union — Wann am meisten gehört wird
Wir haben uns die Hörer-Daten der letzten Monate angeschaut. Wann ist Peak, wo kommen die Hörer her, auf welchen Geräten läuft der Stream — und welche Artists werden am häufigsten gespielt? Ein Datenblick hinter die Kulissen.
Eine Radiostation ist am Ende auch eine Messgröße. Wann schalten Leute ein, wann schalten sie ab, wo sitzen sie geografisch, auf welchen Geräten hören sie zu. Wir haben uns bei re:union Radio die Zahlen der letzten Monate angeschaut und teilen hier die wichtigsten Beobachtungen — transparent, ohne Tracking-Nervkram, aber mit ein paar Erkenntnissen, die auch für andere kleine Sender interessant sein könnten.
Die Peak-Zeiten
Der klare Spitzenreiter ist der Freitagabend. Zwischen 20:00 und 02:00 Uhr läuft Friday Night Live mit Thorin Tønsberg, und in diesen sechs Stunden erreichen wir die meisten gleichzeitigen Hörer der Woche. Die Kurve steigt ab 19:30 Uhr, erreicht den ersten Peak gegen 22:30 Uhr, dann einen zweiten gegen Mitternacht, und läuft dann relativ stabil bis ca. 01:30 Uhr aus. Wer den Abend bereits miterlebt hat, findet den kompletten Rückblick im Friday Night Recap.
Die Nummer zwei ist der Sonntagnachmittag — Sunday Chillout zwischen 14:00 und 18:00 Uhr. Die Kurve sieht dort anders aus: flacher, breiter, weniger Peak-orientiert. Leute schalten über den Nachmittag verteilt ein und bleiben oft über die komplette Show.
Morning Rebuild am Montagmorgen hat einen kleinen, aber extrem loyalen Kern. Die Peak-Zahlen sind niedriger als am Freitagabend, aber die Verweildauer pro Hörer ist höher als bei jeder anderen Show. Wer montags um sechs einschaltet, bleibt meistens bis neun.
Außerhalb der Shows läuft der Auto-DJ mit Dark-Techno-Rotation. Hier ist die Kurve über den Tag breiter, mit einem kleinen Nachmittags-Peak zwischen 16:00 und 18:00 Uhr an Werktagen — vermutlich die Homeoffice-Kohorte.
Woher die Hörer kommen
Die geografische Verteilung ist breiter, als wir erwartet hätten. Etwa 40 Prozent der Hörer sitzen in Deutschland — nicht überraschend, Sprache und Community-Wurzeln erklären das. Weitere 30 Prozent verteilen sich auf das restliche Europa, mit Schwerpunkten in den Niederlanden, Frankreich, Polen und UK. Die verbleibenden 30 Prozent kommen aus dem Rest der Welt — auffällig stark vertreten: USA (vor allem Ostküste), Japan, Australien.
Besonders interessant: Die Peak-Zeiten verschieben sich je nach Region. Wenn es in Deutschland Freitag 22:00 Uhr ist, ist es an der US-Ostküste 16:00 Uhr — und trotzdem sehen wir von dort signifikante Hörerzahlen. Hard Techno scheint eine Nachfrage zu haben, die zeitzonenübergreifend funktioniert.
Der Device-Split
Etwa 50 Prozent der Streams laufen über mobile Browser — Smartphone, meistens Safari auf iOS oder Chrome auf Android. 35 Prozent entfallen auf Desktop-Browser, vor allem während der Arbeitszeit. Die restlichen 15 Prozent teilen sich auf Smart-TVs, Hifi-Streamer mit eingebautem Icecast-Client, spezialisierte Radio-Apps und vereinzelt Bluetooth-Lautsprecher auf.
Für uns als Sender heißt das: Das mobile Erlebnis muss sitzen. Der Player-Button muss auf Smartphones mit einem Daumen erreichbar sein, Metadaten müssen schnell laden, und der Stream darf beim Sperren des Displays nicht abbrechen. Diese Dinge haben wir über die letzten Monate systematisch optimiert.
Die meistgespielten Artists
Ein Blick auf das Track-Histogramm der letzten 30 Tage — das, was sowohl im Auto-DJ als auch in den Shows gelaufen ist. Die Top-5 sehen aktuell etwa so aus:
- SNTS — erwartbar, ist ein Kern-Artist für den Industrial/Hard-Techno-Sound
- Ancient Methods — viel in Morning Rebuild und in der Auto-DJ-Nacht-Rotation
- Luke Slater (unter verschiedenen Aliassen: Planetary Assault Systems, L.B. Dub Corp) — Vielseitigkeit über mehrere Slots hinweg
- Hadone — viel in Friday Night Live, insbesondere in den späten Stunden
- Tale Of Us (bzw. die Afterlife-Connection) — dominant in Sunday Chillout
Darunter kommen Namen wie I Hate Models, Mind Against, Kobosil, Mathame, Regis und Surgeon. Die Liste ist kein Zufall — sie spiegelt die Genre-Ausrichtung des Senders, und sie wird mit jeder neuen Show-Rotation leicht weiterbewegt. Als Referenz-Plattformen für die Szene-Einordnung dienen uns unter anderem Resident Advisor und DJ Mag.
Was wir daraus machen
Daten sind kein Selbstzweck. Wir nutzen die Zahlen vor allem, um zwei Fragen zu beantworten: Passt das Programm zu den Hörgewohnheiten der Community? Und wo sind die Momente, an denen wir noch mehr herausholen könnten? Der Freitagabend ist solide — hier optimieren wir vor allem die Streaming-Qualität. Der Montagmorgen ist eine kleine, aber wichtige Zielgruppe, die wir nicht vernachlässigen. Und der Auto-DJ in der Nacht hat überraschend stabile Zahlen, was uns motiviert, die Nacht-Rotation weiter zu pflegen.
Wer live dabei sein will, wenn die Peak-Kurve am höchsten ist: Freitag ab 20:00 Uhr, Friday Night Live, sechs Stunden Thorin Tønsberg. Der Stream läuft wie immer über Icecast, 192 kbps MP3 — Einstieg über Live hören oder den kompletten Sendeplan.