Korg Volca Modular: Einstieg in West-Coast-Synthese
· Redaktion re:union Radio · 2 Min. Lesezeit
Der Korg Volca Modular bringt semimodulare West-Coast-Synthese im Taschenformat auf den Tisch – acht Module, 50 Patchpunkte.
Der Korg Volca Modular ist ein semimodularer Analogsynthesizer, der Einsteigern den Zugang zur modularen Klangerzeugung öffnen soll – im kompakten volca-Gehäuse. Statt eines starren, vorprogrammierten Signalwegs steckt darin ein System aus acht eigenständigen Analogmodulen, das sich per Patchkabel frei verkabeln lässt. Für Techno-Producer, die abseits klassischer Subtraktivsynthese unterwegs sind, ist das ein interessanter Baustein für Texturen, Drones und modulierte Basslines.
Auf einen Blick
- Acht unabhängige Analogmodule plus Digitaleffekt und Sequenzer in einem Gehäuse
- 50 Patchpunkte, intern vorverdrahtetes Routing als Ausgangsbasis
- Baut auf der „West Coast Style“-Synthese auf, die von klassischer Subtraktivsynthese abweicht
- Enthält ein gedrucktes Referenzblatt zur Modulübersicht
Acht Module, ein System
Der volca modular besteht laut Korg „aus acht unabhängigen analogen Synthmodulen sowie Digitaleffekten und einem Sequenzer“. Jedes Modul ist eigenständig und in sich komplett, gleichzeitig sind alle Module intern miteinander verdrahtet – so entstehen Sounds auch ganz ohne die mitgelieferten Patchkabel. Das voreingestellte Routing wird direkt auf dem Bedienfeld in weißen Linien angezeigt. Wer patcht, überschreibt diese internen Verbindungen: Modulverbindungen per Kabel haben laut Hersteller „Priorität gegenüber den internen Verbindungen und umgehen diese“.
West-Coast-Synthese statt klassischem Subtraktiv-Signalweg
Anders als bei gängigen Synthesizern mit Sägezahn- oder Rechteckwelle plus Filter setzt der volca modular auf den sogenannten „West Coast Style“, der laut Korg „von traditionellen Normen abweicht“. Kernstück ist das Source-Modul: ein VCO mit Dreieck-Trägerwelle, dessen FM-Modulation komplexe Obertöne erzeugt, die anschließend durch eine Wave-Folder-Schaltung laufen und so den grundlegenden Klangcharakter des Instruments prägen. Ergänzt wird das durch zwei Function-Generatoren (unter anderem ein AHR-Hüllkurvengenerator sowie ein Rise-Fall-Generator, der sich auch als VCO oder LFO nutzen lässt), einen Random-Signal-Generator namens Woggle mit Sample-&-Hold-Schaltung auf Basis von rosa Rauschen sowie ein Dual-LPG-Modul, das Filter und Amp kombiniert, um Helligkeit und Lautstärke gemeinsam zu steuern.
Sequenzer, Effekt und Signalverteilung
Für Struktur im Patch sorgen weitere Bausteine: Das Split-Modul verteilt ein Eingangssignal auf zwei Ausgänge oder kombiniert umgekehrt zwei Steuer- oder Audiosignale. Das Utility-Modul mischt und skaliert zwei Signale, kann sie invertieren und dämpfen. Space Out ist ein Stereo-Effektmodul mit reverbartiger Klangbearbeitung, während das Sequences-Modul die Verbindung zum internen Sequenzer herstellt – inklusive Tempo-Regelung und wählbaren rhythmischen Unterteilungen, die über einen Gate Counter ausgegeben werden.
Für wen sich das Konzept lohnt
Korg positioniert den volca modular explizit als Einstieg: „Beim Erlernen der Grundlagen modularer Synthesizer kann man mit den Funktionen der volca Produktlinie unerforschte Facetten der Analogklänge erkunden.“ Wer schon mit einem Groovebox-Setup wie der Maschine+ arbeitet, bekommt hier eine kompakte Ergänzung für modulare Klangexperimente, ohne gleich ein vollwertiges Eurorack-System aufzubauen. Fürs mobile Set-up passt das Instrument außerdem zu den Überlegungen, die auch in unserem Leitfaden zum DJ-Einsteiger-Setup eine Rolle spielen: kompakt, aber mit echtem Lerneffekt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet den volca modular von klassischen Synthesizern?
Er basiert auf West-Coast-Synthese mit Wave-Folder und Function-Generatoren statt auf dem klassischen Subtraktiv-Prinzip aus Sägezahn-Oszillator und Filter, wie Korg auf der Produktseite erläutert.
Braucht man Patchkabel, um Sound zu erzeugen?
Nein. Die acht Module sind intern vorverdrahtet, sodass bereits ohne Patchkabel Klänge entstehen. Patchverbindungen überschreiben dabei die interne Verdrahtung.
Quelle: KORG, Produktseite volca modular.