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Presse · 22.03.2026

Behringer RD-9 im Test — 909-Clone für jedes Techno-Studio

Für unter 500 Euro eine analoge TR-909 im modernen Format. Wir haben den Behringer RD-9 im Studio getestet — wie nah kommt er wirklich ans Original, und lohnt er sich für Techno-Producer?

Behringer RD-9 im Test — 909-Clone für jedes Techno-Studio
Kaum eine Drum-Machine hat Techno so geprägt wie die Roland TR-909. Die Originale von 1983 kosten heute fünfstellig und stehen meistens in Vitrinen. Behringer hat mit dem RD-9 versucht, das Erbe zugänglich zu machen — für rund 499 Euro. Wir haben ihn zwei Monate im Studio und auf einem Live-Gig getestet.

## Was ist der RD-9?

Der RD-9 ist eine analoge Drum-Machine im Stil der TR-909, mit zusätzlichem Sample-basiertem HiHat- und Cymbal-Teil (wie im Original). Dazu kommen ein 16-Step-Sequencer mit Shuffle, Probability-per-Step, ein eingebautes Wave-Designer-Modul (transient shaping), USB-MIDI, und einzelne Audio-Outs pro Instrument. Das Chassis ist aus Metall, die Knöpfe sind stabil, die Pads taugen zum Fingerdrumming, wenn auch nicht auf Elektron-Niveau.

## Die wichtigsten Features

Die Engine ist laut Behringer ein 1:1 Clone der 909-Analogschaltung. In A/B-Tests gegen eine originale TR-909 (ja, wir hatten eine zur Verfügung) hören wir: 95 Prozent identisch. Die BD hat denselben Punch, dieselbe Decay-Kurve, das charakteristische Klicken am Transient. Die SD klingt minimal anders — einen Hauch brighter in den oberen Mitten —, aber absolut im Ballpark. Die Toms und das Rimshot sind praktisch ununterscheidbar.

Der Sequencer ist gegenüber dem 909-Original deutlich weiter: 64-Step-Patterns (über vier Bänke), Parameter-Locks pro Step (ähnlich Elektron-Style, wenn auch weniger komfortabel), und Probability-per-Step, mit dem man generative Pattern-Varianten baut. Der Wave Designer pro Instrument (Attack/Sustain) ist ein Gamechanger — er macht aus einem klassischen 909-Kick einen modernen Peak-Time-Brett.

## In der Praxis

Wir haben den RD-9 im Studio an ein SSL Big Six Mixpult gehängt und parallel via Einzelausgänge in Ableton gerouted — für BPM- und Key-Analyse der aufgenommenen Loops nutzen wir VOIDCTRL, bevor sie in Sets wandern. Ergebnis: die BD durch einen 1176-Kompressor und einen Pultec-EQ — sofort Club-tauglich. Im A/B-Vergleich mit 909-Samples aus Splice klingt der RD-9 dreidimensionaler, einfach weil er analog lebt. Die Velocity-Kurven reagieren auf MIDI-Controller musikalisch. Einen vertieften Messwert-Vergleich findest du bei bonedo.

Live auf dem Gig (in einer Kreuzberger Kellerbar) lief er stabil: keine Abstürze, keine MIDI-Clock-Aussetzer bei 135 BPM. Das Display zeigt genug Info, und die Navigation lernt man in einer Session. Der Shuffle-Regler (bis 50 Prozent) ist perfekt für den klassischen 909-Groove — besonders interessant für Sets zwischen den Polen, die wir in Dark vs Hard Techno beschreiben.

## Schwächen und Alternativen

Der RD-9 hat Quirks. Der Output-Noise-Floor ist etwas höher als beim Original — im Studio vernachlässigbar, live auf lauten PA-Systemen auch, aber messbar. Die Pads sind für Finger-Drumming okay, aber für richtiges Live-Playing würden wir einen externen Controller wie den Ableton Push 3 oder die Elektron Analog Rytm MKII dazunehmen. Außerdem: die Software-Integration ist solide, aber das Editor-Tool ist visuell schlicht.

Alternativen: Die Roland TR-8S ist digital, bietet Sample-Layering und klingt fantastisch — aber eben nicht analog. Die Acidlab Miami ist eine andere 909-Interpretation, mit Fokus auf handgelötete Qualität (und entsprechendem Preis, rund 1.800 Euro). Einen Überblick über aktuelle Drum-Machine-Tests liefert DJ Mag, Szene-Einordnung findest du bei Resident Advisor.

## Fazit

Der Behringer RD-9 ist ein Geschenk für Techno-Producer. Für unter 500 Euro (bei Thomann ansehen) bekommst du 95 Prozent der 909-Magie, mit modernen Komfort-Features wie Probability und Wave Designer, die das Original nie hatte. Für Beatport-Releases, Dubplate-Sets und Live-Jams gleichermaßen geeignet. Wer den Original-Vibe will, ohne ein Vermögen auszugeben oder auf Samples zurückzugreifen: klare Kaufempfehlung. Der RD-9 wird in zehn Jahren wahrscheinlich zum Klassiker geworden sein — heute ist er eines der besten Preis-Leistungs-Geräte am Markt. Demo-Track fertig? Schick ihn uns über unsere DJ-Bewerbung.




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