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Presse · 01.04.2026

Allen & Heath Xone:96 im Test — Der Techno-Mixer schlechthin

6 Kanäle, analoge Summierung, VCF-Filter, zwei Soundkarten. Der Xone:96 ist seit 2019 das Arbeitsgerät halb Berlins. Warum er 2026 immer noch das Maß für Analog-Mixing ist.

Allen & Heath Xone:96 im Test — Der Techno-Mixer schlechthin
Es gibt Clubs, in denen nicht geredet wird über den Mixer — weil er einfach selbstverständlich ist. In Berlin, Amsterdam und Detroit steht dann oft genau dieses Gerät im Booth: der Allen & Heath Xone:96. Seit seinem Launch 2019 hat er sich als Techno-Standard durchgesetzt und ist auch 2026 die erste Empfehlung, wenn DJs nach einem ernsthaften Rotary- oder Fader-Mixer mit analogem Charakter fragen.

## Was macht den Xone:96 aus?

Der Xone:96 ist ein 6-Kanal-Clubmixer mit vollständig analogem Signalweg. Jeder Kanal bekommt einen 4-Band-EQ (Hi, HiMid, LoMid, Low), der weich, aber wirkungsvoll zupackt. Das Herz ist das berühmte VCF-Filter-Sektion: zwei resonante Filter mit LP/HP/BP-Modi, die direkt aus Allen & Heaths Analog-Synth-Tradition kommen. Dazu kommen zwei unabhängige USB-Soundkarten mit je 32 Ein-/Ausgängen — ideal für Hybrid-Setups mit Laptop plus CDJs, oder für Live-Performer, die parallel Ableton und externe Hardware fahren.

## Die wichtigsten Features

Die Summierung klingt breit und druckvoll, ohne den Low-End zu verschmieren. Wer aus dem Pioneer DJM-900NXS2 kommt, merkt sofort: der Bass sitzt fetter, die Mitten atmen mehr. Das liegt an der Class-A-Vorverstärker-Stufe und an den hochwertigen Summing-Amps.

Das VCF-Filter ist in Techno-Sets eine Waffe. Der HP-Sweep mit hoher Resonanz ersetzt ganze Breakdowns — man macht einen sauberen Filter-Up, zieht das Low-End raus, lässt die Resonanz pfeifen, und der Club hebt ab. Zwei Filter-Engines lassen sich per Send/Assign jedem Kanal zuordnen, was völlig neue Routing-Varianten erlaubt.

Der Master-Isolator (3-Band) ist ein echtes Booth-Tool: komplette Trennung bei 200 Hz und 4 kHz, mit stummer Bass-Kill-Funktion. Für lange Drop-Builds essenziell.

## In der Praxis

Wir haben den Xone:96 mit einem Paar Pioneer DJ CDJ-3000 und einer Behringer RD-9 im Loop gefahren. Ergebnis: der Mixer verzeiht nichts und belohnt alles. Schlampige Phasenlagen hört man sofort, gute Mixes klingen aber größer als auf jedem DJM. Die Crossfader-Sektion mit Innofader-Kompatibilität ist präzise und reagiert schnell genug für Scratch-Stunts, auch wenn das hier Randnutzung ist. Wer seine Library harmonisch sauber vorbereitet (Camelot-Tags, BPM-Detection), bekommt mit VOIDCTRL die Tools dafür — mehr dazu in unserem Camelot Wheel Tutorial.

Die beiden FX-Sends (analog, pre/post fader) sind ein weiterer Pluspunkt: ein Eventide Space, ein Strymon El Capistan oder eine Elektron Analog Rytm MKII lassen sich direkt einschleifen und zurück summieren, ohne den Hauptmix zu gefährden.

## Schwächen und Alternativen

Ein paar ehrliche Punkte. Der Xone:96 hat keinen integrierten Effekt-Prozessor — für alles, was über Filter hinaus geht, brauchst du externe Effekte. Das ist gewollt (analoge Philosophie), aber nicht jeder will das Zusatzgepäck. Außerdem: die LEDs sind in manchen Booth-Lichtsituationen schwer ablesbar, und der Kopfhörerverstärker könnte mehr Headroom vertragen. Einen ausführlichen Praxis-Test findet man auch bei bonedo, und in DJ Mag-Features taucht der Xone:96 regelmäßig als Top-Pick auf.

Alternativen: Der Pioneer DJM-V10 ist moderner, hat mehr FX und bessere Metering, klingt aber steriler. Der Rane MP2015 war lange die Rotary-Alternative, ist aber EOL. Wer eine All-in-One-Console mit Screens sucht, schaut besser zum Denon DJ Prime 4+. Listen- und Line-Up-Kontext zur Szene liefert Resident Advisor.

## Fazit

Der Allen & Heath Xone:96 ist 2026 der Analog-Mixer-Benchmark für Techno. Er klingt besser als alles von Pioneer im ähnlichen Preissegment, ist robust gebaut und bietet ein Filter-System, das live wie ein Instrument funktioniert. Für Resident-DJs, die zu Hause ernst üben wollen, für Label-Nights mit eigenem Setup, und für Producer, die ihren Mixer auch im Studio als Summing-Unit nutzen wollen: ganz klare Kaufempfehlung. Rund 2.400 Euro sind viel Geld — aktuelle Straßenpreise gibt's bei Thomann oder im Music Store — aber der Xone:96 ist eine Investition für zehn Jahre. Und wer seine nächste Gig-Chance sucht: DJ-Bewerbung bei re:union Radio bleibt offen.




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