ZDF-Recherche: Journalistinnen über Hardtechno-Vorwürfe
· Redaktion re:union Radio · 1 Min. Lesezeit
Silja Thoms und Maike von Galen berichten im Interview über ihre ZDF-Recherche zu Missbrauchsvorwürfen in der Hardtechno-Szene und das Treffen mit bradnolimit.
Die ZDF-Reportage „Missbrauch: Insider schockt die Techno-Szene” befasste sich mit schweren Vorwürfen gegen bekannte DJs innerhalb der Hardtechno-Szene. Auslöser der Debatte waren Veröffentlichungen des Content-Creators bradnolimit. Die Journalistinnen Silja Thoms und Maike von Galen äußerten sich im Gespräch mit Groove über ihre monatelangen Nachforschungen.
Recherche und Treffen auf Ibiza
Den Kontakt zu bradnolimit ermöglichte Katrin Fuhrmann vom DJ Mag. Das persönliche Gespräch mit dem Whistleblower fand nach anfänglicher Verspätung auf Ibiza statt. Obwohl der Influencer ein Rachemotiv abstritt, verwiesen die Journalistinnen auf eine spätere Gerichtsentscheidung, die ein solches Motiv in seinem Handeln sieht. Zudem kamen während der laufenden Arbeit Anschuldigungen gegen bradnolimit selbst auf, weshalb sich der Film auf überprüfbare Vorwürfe beschränkte.
Austausch mit Betroffenen und Veranstaltern
Im Rahmen der Recherche sprachen die Autorinnen unter anderem mit DJ Vansessy aus Österreich, die von eigenen Missbrauchserfahrungen berichtete, sowie mit der Initiative MeTooDJ. Ebenso thematisierten sie die Reaktion von Florian Gebauer, dem Veranstalter des Open Beatz Festivals, der beschuldigte Künstler kurzfristig aus dem Programm nahm. Aktuell läuft mindestens ein Gerichtsverfahren gegen einen beschuldigten DJ, weshalb das Team unter juristischer Beratung Verdachtsberichterstattung betrieb.
Forderungen an die Szene
Als Konsequenz fordern die Journalistinnen konkrete Maßnahmen hinter den Kulissen von Veranstaltungen. Silja Thoms erklärte:
- Awareness hinter der Bühne: Unabhängige Teams mit Handlungsspielraum müssen auch im Backstage präsent sein.
- Zivilcourage: Maike von Galen betonte: „Wer im Backstage Anzeichen von Machtmissbrauch bemerkt, darf nicht schweigend danebenstehen.”
Quelle: Groove