Private Equity im Musikbereich: Risiken und Folgen
· Redaktion re:union Radio · 1 Min. Lesezeit
Finanzinvestoren besitzen Anteile an zahlreichen Herstellern und Plattformen. Branchenkenner beleuchten die Auswirkungen auf Firmen und Kreativität.
Einfluss von Beteiligungsgesellschaften
Investoren aus dem Bereich Private Equity sind in der Musikproduktion weit verbreitet. Beteiligungen oder Mehrheiten bestehen unter anderem bei Hardware-Herstellern wie Elektron und AlphaTheta, Software-Entwicklern wie Image-Line, Digitalvertrieben wie DistroKid und TuneCore sowie Händlern wie Sweetwater und Reverb. Bei Native Instruments führte eine Übernahme durch Francisco Partners im Jahr 2021 und eine Schuldenlast von 250 Millionen Pfund bis 2023 später zur Insolvenz, bevor eine Übernahme durch inMusic erfolgte.
Unterschiede zu anderen Finanzierungsmodellen
Private-Equity-Firmen sammeln Kapital von Anlegergruppen, um Unternehmen vollständig zu kaufen oder Mehrheiten zu übernehmen. Ziel ist ausschließlich der Profit für Investoren. Während Venture-Capital auf Minderheitenanteile setzt, halten Beteiligungsgesellschaften Firmen laut Journalistin Megan Greenwell im Schnitt sieben Jahre. Kredite werden oft auf den Namen der gekauften Firma aufgenommen, womit das finanzielle Risiko beim Unternehmen und dessen Angestellten verbleibt.
Branchenstimmen zur Unabhängigkeit
Girts Ozolins von Erica Synths verweist darauf, dass Firmen Finanzspritzen suchen, wenn Liquidität fehlt oder Ideen ausgehen. Allerdings werde oft die Kontrolle abgegeben:
„When companies attract private equity, then their best days are over. They stop genuine innovations because maybe stuff gets optimized and costs are cut. The brightest minds simply leave and start their own companies or join other companies.“
Ozolins betont, dass Erica Synths unabhängig bleibt, um Bildungsreihen wie Bullfrog und DIY weiterzuführen, und nennt Ableton als Beispiel für erfolgreiche Unabhängigkeit. Daniel Troberg, früher 20 Jahre bei Elektron und heute bei Ashun Sound Machines, bezeichnet Private Equity als Opportunismus. Bei Elektron hält Bonnier Capital eine Mehrheitsbeteiligung. Kürzlich untersagte Elektron Diskussionen über inoffizielle Modifikationen im eigenen Forum.
Quelle: Attack Magazine