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Presse · 08.03.2026

Elektron Analog Rytm MKII im Test — Hard-Techno in einer Box

Analog-Stimmen plus Sample-Engine plus Elektron-Workflow. Warum der Analog Rytm MKII für Hard-Techno- und Industrial-Producer die erste Wahl ist — und wo seine Grenzen liegen.

Elektron Analog Rytm MKII im Test — Hard-Techno in einer Box
Hard-Techno ist 2026 einer der größten Sounds im Club. Rave-Revival, Berghain-Peaktime, 145-BPM-Rolling-Bassdrums — die Szene braucht Werkzeuge, die laut, präzise und performabel sind. Der Elektron Analog Rytm MKII ist seit Jahren der Geheimtipp für diese Welt — und längst kein Geheimtipp mehr. Wir haben das schwedische Flaggschiff drei Monate im Studio und auf zwei Live-Gigs gecheckt.

## Was ist der Analog Rytm MKII?

Der Analog Rytm MKII ist eine Hybrid-Drum-Machine: acht Stimmen, jede mit einem analogen Klangteil plus einer digitalen Sample-Engine. Du kannst einen analogen 909-Style-Kick mit einem gesampelten Industrial-Geräusch im selben Track layern, alles durch analoge Filter und den charakteristischen Elektron-Overdrive schicken. Dazu kommen 12 Performance-Pads, ein 64-Step-Sequencer mit Parameter-Locks und Conditional Trigs, ein Analog-Overdrive auf dem Master, und ein ausgewachsener FX-Block (Delay, Reverb, Chorus, Compressor).

## Die wichtigsten Features

Die analogen Voices sind der Joker. Sie klingen fett, warm, und im Unterschied zu einer reinen 909 dynamisch — jeder Voice-Typ (BD-CB, SD-BT, TOM, HH, CY, CH) hat eigene Klangformungs-Parameter, die sich per-Step locken lassen. Im direkten A/B mit einer Behringer RD-9 wirkt der Rytm schärfer und modulatorisch flexibler. Der Sample-Layer (bis zu einem Gigabyte User-Samples) macht das System komplett: Industrial-Hits, Synth-Stabs, Field-Recordings — alles lässt sich mit der Analog-Engine durchs Filter schicken und klingt sofort musikalisch zusammen.

Parameter-Locks sind der Elektron-Magic-Trick. Jeder Step hat seine eigenen Werte für jeden Parameter. Das heißt: ein Kick-Pattern, bei dem nur der vierte und zwölfte Step einen anderen Pitch, eine längere Decay-Zeit und einen anderen Filter-Cutoff hat — ohne dass du irgendeine Aufnahme machen musst. Für generative Patterns ein Segen.

Conditional Trigs (Probability, Fill-Mode, Every-X-Plays) bringen Variation ins Set. Auf einem Live-Gig haben wir einen 32-Takt-Loop gespielt, der sich permanent selbst umbaute — die Crowd hat nie denselben Takt zweimal gehört.

## In der Praxis

Im Studio glänzt der Rytm MKII als Ideenmaschine. Der Workflow ist Elektron-typisch — steil am Anfang, aber wenn man drin ist, ist nichts schneller. Wir haben einen kompletten Hard-Techno-Track in vier Stunden live gespielt: Kick-Pattern, Snare-Roll-Fill, Industrial-Hit auf dem Offbeat, 32-Bar-Build mit Filter-Sweep und Delay-Send. Alles aus der Box, Multitrack-Export via USB nach Ableton. Die exportierten Stems lassen wir vor dem Set-Einsatz durch VOIDCTRL laufen, um Camelot-Key und BPM konsistent zu taggen.

Live ist das Gerät eine Offenbarung. Die 12 Pads sind velocity- und pressure-sensitiv — richtig gutes Finger-Drumming darauf ist möglich. Scenes und Performance Macros erlauben Makro-Moves (z.B. alle Filter-Cutoffs gleichzeitig öffnen) per einem Dreh. Die Chain-Funktion fährt ganze Setlists automatisch ab, was DJ-Sets mit Live-Drums auf CDJ-3000 und Xone:96 ermöglicht.

## Schwächen und Alternativen

Der Rytm MKII ist teuer (rund 1.799 Euro bei Thomann) und hat eine steile Lernkurve. Wer von Maschine oder MPC kommt, wird ein paar Wochen brauchen. Außerdem: das Display ist OLED und scharf, aber in grellem Booth-Licht schwer abzulesen. Die analogen Voices sind exzellent, aber manche Producer vermissen 808-Charakter — der Rytm klingt aggressiver, klarer, weniger fett-rund.

Alternativen: Der Elektron Digitakt II ist günstiger (rund 999 Euro), rein digital, aber mit acht Stereo-Stimmen statt acht analog — für viele der bessere Einstieg. Der Pioneer Toraiz SP-16 ist ein anderer Ansatz (Sample-fokussiert, mit Dave-Smith-Filtern). Wer lieber DAW-integriert arbeitet, greift zum Ableton Push 3. Redaktionelle Einordnung in der Szene findet man bei Resident Advisor und DJ Mag.

## Fazit

Der Elektron Analog Rytm MKII ist 2026 das Flaggschiff-Gerät für Hard-Techno, Industrial und experimentelle Elektronik. Er vereint analoge Klangstärke, Sample-Flexibilität und Elektron-Workflow zu einem Werkzeug, mit dem man alleine auf der Bühne bestehen kann. Für ernsthafte Producer, die ein Gerät suchen, das sowohl im Studio als auch live überzeugt: ganz oben auf der Liste. Wer den Vorgänger-Test der Behringer RD-9 gelesen hat und ernster einsteigen will: der Rytm ist der Schritt. Ausführliche Tests auch bei bonedo. Du willst deinen ersten Live-Set bei uns spielen? DJ-Bewerbung wartet.




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